Bulletstorm: Full Clip Edition – PC

Zum Vollpreis aufgewärmt

Bessere Grafik und keine Schnitte mehr bei der Gewaltdarstellung. Die Bulletstorm: Full Clip Edition ist im PC-Test ein Fest für Shooter-Fans – allerdings ein teures. Und der Star-Gast sorgt für Kopfschütteln.

Im Jahr 2011 erschien ein richtig guter Shooter, voller Nonstop-Action und Belohnungen für kreative Kills. Bulletstorm war sein Name, »Kill with Skill« war sein Motto. Das Spiel wurde zwar nie zum Blockbuster, dafür gab es den Shooter für erschwingliche 20 Euro im Steam Store. Im Februar 2017 verschwand das Spiel plötzlich aus Valves virtuellem Laden.

Jetzt ist es als aufgebohrte Bulletstorm: Full Clip Edition zurück, kostet 46 Öcken und bietet optional Duke Nukem als neue spielbare Hauptfigur an – gegen weitere fünf Euro Aufpreis. Ja, Bulletstorm ist auch heute noch super. Mit einem AAA-Kaufpreis lockt Gearbox aber nicht sehr viele neue Fans an. Dabei würden wir uns so über eine Fortsetzung freuen!

Wunderschöner Trash

Feinde mit der Energiepeitsche in einen Kaktus zerren und darin aufspießen. Oder sie durch die Luft wirbeln und ganz locker in die Rotorblätter eines Helikopters kicken. Einen fahrbaren Hotdog-Stand in die Menge treten, zur Explosion bringen und dabei zusehen, wie die Bösewichte im warmen Wurstregen vergehen. Wer seine Gegner nicht einfach nur über den Haufen ballert, sondern sie möglichst kreativ beseitigt, kassiert zur Belohnung mehr Spielwährung, um damit Munition und Waffenupgrades zu kaufen. Das ist Bulletstorm.

Zudem gibt es eine spektakuläre Verfolgungsjagd mit einem gigantischen Todesrad, ein paar spaßige Geschütz-Sequenzen und Kämpfe gegen größere und kleinere Bosse, in denen man auch mal Schwachpunkte attackiert und ein wenig taktischer vorgeht.

Obendrauf gibt es eine für Shooter überraschend gute Rachegeschichte, die leider recht abrupt endet und eine Fortsetzung andeutet, die bis heute nicht veröffentlicht wurde. Außerdem hat es reichlich derben Humor und dreckige Sprüche, die uns am besten in der hervorragenden englischen Vertonung gefallen. Friedliebende Zeitgenossen, die mit Fäkalsprache, Blut und Verstümmelungen nichts anfangen können, dürfen das Spiel über das Optionsmenü entschärfen.

2011 war die deutsche Vesion von Bulletstorm noch so stark geschnitten, dass wir diese Fassung im Test dafür abwerten mussten – einige Story-Zusammenhänge waren kaum noch zu verstehen. Jetzt ist das Spiel auch bei uns ungeschnitten und mit einer USK-Freigabe »ab 18 Jahren« verfügbar.

Eine Handvoll Extras

Wer die Full Clip Edition am PC spielt, bekommt Auflösungen bis 4K und eine Bildrate von bis zu 240 FPS. Zudem gibt’s besseres Post Processing, bessere Soundqualität und laut offizieller Webseite wurden auch ein paar Texturen aufgemotzt und hier und da einige Polygone hinzugefügt.

Das Spiel ist okay gealtert und auf keinen Fall hässlich, doch die ultimative Grafikbombe sollte man mit dem Remake nicht erwarten. Wir freuen uns natürlich trotzdem über schnelle, flüssige Bildraten und Unterstützung für höhere Auflösungen, aber mit aktuellen Shootern wie Doom oder Battlefield 1 kann das aufgehübschte Bulletstorm nicht mithalten.

Neben verbesserter Grafik gibt’s einen neuen Spielmodus zum Freischalten, in dem man von Anfang an vollen Zugriff auf sämtliche Waffen und Skillshots hat. Zudem sind die Karten aus den früheren Echo- und Anarchy-DLCs mit dabei.

Im Echo-Modus spielt man Karten aus der Solo-Kampagne und verewigt Namen und Scores auf einer Online-Rangliste. Anarchy ist ein einfacher Horde-Modus für vier Spieler, in dem man möglichst viele Skillshots landen muss. Klingt toll, in der von uns getesteten PC-Fassung kam aber nie eine Onlinesitzung zustande. Die Full Clip Edition kommt derzeit auf keine 300 Spieler zur Prime Time. Jemanden mit geeigneter Verbindung zu finden, der auch gerade Multiplayer spielen will, gestaltet sich so recht schwierig.

Aufgesetzter Duke

Wer fünf Euro extra springen lässt, kann anstelle von Hauptfigur Grayson Hunt auch als Duke Nukem an den Start gehen. Klingt für Fans sicherlich super, ist aber recht lieblos umgesetzt. So wird zwar das Spielermodell ausgetauscht, doch die Charaktere in der Story reagieren überhaupt nicht auf den DLC und sprechen den Duke weiterhin als Grayson an. Duke Nukem wundert sich dann mit der englischen Stimme von John St. John, weshalb ihn niemand erkennt und was er hier eigentlich macht. Die meiste Zeit über sind seine Dialogzeilen mit denen von Grayson identisch.

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